JUGENDJAHRE


Egons früheste Erinnerungen an seine Kindheit, vielleicht an die Zeit, wo er 3 oder 4 war, führen zurück in einen völlig verwilderten, von einem rostigen Maschendrahtzaun umgebenen kleinen Garten im Hinterhof des Hauses seiner Familie. Es gab darin einen Stall mit Hühnern und Kaninchen, ansonsten jede Menge Stauden und Büsche, Obstbäume, Holzbalken und Mauerreste, alles in allem ein idealer Abenteuerspielplatz, der bei allen Kindern im ganzen Häuserblock sehr beliebt war, weil er viele Verstecke bot und für Indianerspiele bestens geeignet war.

Da er keine Geschwister hatte und es damals noch keine gemischten Klassen gab, spielten Mädchen in seinem Leben so gut wie gar keine Rolle, mit einer einzigen Ausnahme: Ein Mädchen namens Renate, die Enkelin einer Nachbarin (ihre Eltern wohnten eine Gasse weiter) war oft bei ihrer Großmutter zu Besuch und wurde so seine erste Spielgefährtin. Wer nun an eine sogenannte Sandkastenromanze, erstes scheues Händchenhalten oder gar an verbotene Doktorspiele denkt, irrt sich gewaltig: Obwohl sie ein Jahr jünger als er und eher zart und klein war, übertraf sie an Wagemut und Rauflust die meisten Buben. Wenn er in ein Handgemenge geriet, mischte sie sich sofort ein, und im Baumklettern und Steinewerfen konnte sie es mit jedem aufnehmen. Leider verlor er sie später, gerade bevor in der Pubertät ihre Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht eine neue, interessantere Rolle spielen hätte können, aus den Augen, als ihre Großmutter starb und ihre Eltern in eine andere Gegend zogen. Irgendwann erfuhr er durch seine Mutter, dass sie mittlerweile verheiratet war und vier Kinder hatte; gesehen hat er sie seither nie wieder.

Seine Großeltern und ihre beiden Söhne, also sein Vater und sein Onkel, waren im 2. Weltkrieg aus der ostslawonischen (heute in Kroatien gelegenen) Stadt Vukovar, die ja später beim Zerfall Jugoslawiens unter der Zerstörung durch die Serben besonders gelitten hat, geflüchtet, da sie als Angehörige der volksdeutschen Minderheit ihres Lebens nicht mehr sicher gewesen wären. Sein Großvater und sein Onkel waren Tischler und Zimmerleute gewesen, äußerst fleißige und tüchtige Handwerker, die sich, obwohl sie den größten Teil ihres Hab und Guts in der Heimat zurücklassen mussten, in relativ kurzer Zeit in Österreich eine Existenz aufbauen und schließlich sogar ein kleines Zinshaus erwerben konnten, in dem die drei Familien zusammen wohnten.

Sein Vater war in Jugoslawien Grundschullehrer gewesen, konnte jedoch, obwohl seine Muttersprache Deutsch war, in Österreich seinen erlernten Beruf zunächst nicht ausüben, da seine Qualifikationen nicht anerkannt wurden. Deshalb musste er wohl oder übel im Alter von etwa 30 ein Handwerk erlernen und als Uhrmacher in die Lehre gehen. Erst als Egon 6 Jahre alt war und sein Vater immerhin schon 42, konnte dieser durch den Besuch von Abendschulen und Ablegung zahlreicher Zusatzprüfungen die Lehrbefähigung für österreichische Volksschulen erhalten und komischerweise gleichzeitig mit ihm, sogar in der gleichen Schule, aber doch in einer anderen Klasse, ins Schulleben eintreten.

Seine Mutter war in der Steiermark, nahe Leibnitz, geboren, hatte ihre Mutter schon im Alter von 16 verloren und hatte einige Zeit in der gleichen Firma, in der auch ihr Vater, also sein Großvater angestellt war, im Büro gearbeitet und war auch in einer Konditorei als Verkäuferin tätig gewesen, ehe sie seinen Vater kennenlernte.

Als Egon im Jahre 1955 in Graz zur Welt kam, war sie schon 40, und ein sogenannter Kaiserschnitt war bei der Geburt nötig gewesen. Ein weiteres Kind kam wegen des Alters seiner Eltern und ihrer bescheidenen finanziellen Lage nicht Betracht, also wuchs er als Einzelkind auf, was zwar einige Vorteile haben mochte, für seine spätere Entwicklung jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit auch gewisse Probleme mit sich brachte, weil er ihn in seinem Leben doch relativ oft in verschiedenen Gemeinschaften als Außenseiter und Einzelgänger isoliert und einsam fühlen musste.

Durch das geringe Einkommen seiner Eltern lebten sie recht bescheiden in einer winzigen Zimmer-Küche-Wohnung mit Bassena am Gang und einer nur von außen zu erreichenden Gemeinschaftstoilette; ein Badezimmer oder auch nur eine Duschkabine wäre bereits ein undenkbarer Luxus gewesen.

Neben seiner altersbedingten Vorliebe für Autos und Indianer entwickelte er schon ziemlich früh, nämlich mit etwa viereinhalb Jahren, ein für alle Familienangehörigen und Bekannten unerklärliches starkes Interesse für Wörter und Buchstaben. Besonders die großen fetten Schlagzeilen in den Zeitungen und die bunten Slogans auf Werbeplakaten hatten es ihm angetan, und er fragte jeden, von dem eine Antwort zu erhoffen war, nach der Bedeutung dieser geheimnisvollen Zeichen. Bald hatte er sich auf diese Weise ganze Wörter eingeprägt, die er auch an anderer Stelle, oft sogar in etwas veränderter Form wiederzuerkennen vermochte. Als er sich auf diese Weise einen beachtlichen Wortschatz erarbeitet hatte und sogar schon kurze Sätze lesen konnte, wollte er diese Wörter und Zeichen auch selbst abmalen und lernte so auch noch schreiben, ehe er in die Volksschule eintrat. Einen Kindergarten hatte er nie besucht, weil sich seine Eltern das nicht leisten konnten und weil seine Mutter ohnehin als Hausfrau daheim blieb, um ihn großzuziehen.

Als ihn seine Eltern zur Anmeldung in die Volksschule mitnahmen, stand er in einem Klassenzimmer herum, während sie die langwierigen bürokratischen Formalitäten erledigten. Als er an den Wänden Plakate hängen sah, die von älteren Schülern mit verschiedenen Sprüchen beschriftet worden waren, begann er aus lauter Langeweile laut von den Plakaten abzulesen, was unter den anwesenden Lehrern für helle Aufregung sorgte: „Frau Direktor, Frau Direktor, kommen Sie bitte schnell, das müssen sie sich anschauen! Der kleine Bub kann schon lesen!“

Naturgemäß vermutete jeder, der Ehrgeiz seiner Eltern, speziell der seines Vaters ('ein typisches Lehrerkind') hätte ihn durch eisernen Drill so weit gebracht, doch das traf keineswegs zu: Die Initiative war ganz allein von ihm ausgegangen, und er war seinen Eltern und sonstigen Verwandten mit seiner ständigen Fragerei oft fast schon lästig geworden, für ihn war alles nur ein faszinierendes Spiel und keineswegs mühevolle Arbeit gewesen.

So verliefen seine Jahre in der Volksschule für ihn recht angenehm: Ohne sich anstrengen zu müssen, da er die wichtigsten Dinge ja ohnehin schon längst beherrschte, konnte er regelmäßig die besten Noten nach Hause bringen. Auch mit seinem Sitznachbarn Ottmar, der schon bald sein bester Freund wurde, konnte er eine für beide recht nützliche Symbiose eingehen: Er half ihm bei den Hausaufgaben, und der Freund, der viel größer und stärker als er, aber nicht gerade ein Geistesriese war, hielt ihm alle Raufbolde vom Leib, die ihn sonst wohl oft in Bedrängnis gebracht hätten, schon allein weil sie ihn wegen seiner guten Noten beneideten und wegen seiner Ungeschicklichkeit beim Turnen verachteten.

Als er 10 war, wurde im Haus eine größere Wohnung frei, und er bekam endlich ein eigenes Zimmer, in das er ihn zurückziehen konnte. Schon mit 8 Jahren holte er sich regelmäßig Bücher aus der Stadtbibliothek, und Bücher waren für ihn die willkommensten Geschenke. Wenn er nicht bei Schönwetter auf dem nahegelegenen Fußballplatz herumtollte, verbrachte er viel Zeit mit Lesen in seinem Zimmer, und so wurde aus ihm ein richtiger kleiner „Bücherwurm“, der unter anderem alle Bücher von Karl May verschlang und sich ganz in diese abenteuerliche Welt versenkte.

Als er nach der Volksschule ins Gymnasium eintrat, war nicht mehr alles ganz so leicht für ihn, wenn er auch nach wie vor in Fächern wie Deutsch und Englisch zu den allerbesten zählte. Neue Freundschaften entwickelten sich, neue Interessen wie Fußball oder Tischtennis füllten seine Freizeit aus. Man hätte meinen können, dass er als Einzelkind ständig am Rockzipfel seiner Mutter gehangen wäre, doch war er sicherlich kein Muttersöhnchen. Auch seinen Vater betrachtete er in erster Linie als Auskunftsperson, den er ansonsten eher nicht mit seinen Problemen behelligen wollte. Da dieser durch ein steifes Bein gehbehindert war (er war mit etwa 16 Jahren von einem Dach gefallen, und seine Verletzung unsachgemäß behandelt worden) konnte er mit ihm auch nicht viele der Dinge unternehmen, die andere Väter mit ihren Söhnen unternahmen, und seine mehr als bescheidenen sportlichen Leistungen hatten wohl auch damit zu tun, dass ihm in dieser Hinsicht ein Vorbild und Trainingspartner fehlte. Seine Großeltern und der Onkel interessierten ihn nicht sehr; die im Hinterhof befindliche Tischlerwerkstätte mit Maschinenlärm, Sägemehl und Chemikaliendüften wirkte auf ihn eher bedrohlich und abschreckend.

Dafür zog es ihn sehr oft unwiderstehlich zu seinem anderen Großvater, und vor allem zu dessen zweiten Frau, der Stiefmutter seiner Mutter, die – obwohl mit ihm nicht blutsverwandt – für ihn mit größter Selbstverständlichkeit die „Oma“ und sein absoluter Liebling war. Sie war aus der Stadt Salzburg, wo sie in einem Hotel als Zimmermädchen gearbeitet hatte, nach Graz gekommen und hatte immer Zeit und Verständnis für ihn, brachte ihm das Kartenspielen bei, nahm ihn auf Spaziergänge durch die ganze Stadt mit und ging mit ihm ins Kino, in Konditoreien und Spielzeugläden. Bei ihr fühlte er sich geborgen, und hier fand er Zuflucht, wenn bei seinen Eltern der Haussegen schief hing, weil er irgendetwas angestellt hatte. Was im Lied der STS der legendärer "Großvater" oder für Thomas Bernhard der seine gewesen war, war sie für ihn, und noch heute wünscht er sich manchmal, wenn er zum Beispiel die altmodische Kaffeemühle oder eine der Tassen aus dem von ihr geerbten Service benutzt, sie könne „obakumman auf an schnell´n Kaffee“.

Egon war kein schlimmes Kind gewesen, ganz im Gegenteil: Die meisten seiner kleinen „Sünden“ erscheinen heute im Vergleich zu dem was heute die meisten Kinder selbstverständlich tun und lassen dürfen unglaublich harmlos. Egons Vater jedoch, der in der Schule zwar als strenger, aber doch sehr gerechter und engagierter Lehrer galt und bei allen Eltern und Schülern so sehr beliebt war, dass er bei Anlässen wie Schulschluss, Weihnachten oder Geburtstagen mit Blumen und Geschenken regelrecht überhäuft wurde (sogar in die Wohnung trug man ihm die Sachen nach, und viele Schüler besuchten ihn aus Anhänglichkeit noch Jahre nach ihrem Schulabgang), konnte zu Hause oft aus geringfügigen, banalen Anlässen sehr jähzornig und gewalttätig werden. So konnte es vorkommen, dass er Egon, nur weil er beim Spielen eine Vase zerbrochen hatte oder seinen Teller nicht leeressen konnte oder wollte, anbrüllte und schließlich sogar mit seinem ledernen Hosenriemen oder einem Teppichklopfer windelweich prügelte und ihm sogar verbot, deshalb zu schreien und zu weinen und so lange schlug bis er still war oder seine Mutter endlich dazwischen ging und die grausame Szene beendete. Anscheinend hat er sie jedoch niemals geschlagen, und die beiden schienen auch sonst eine, wie man sagte, vorbildliche Ehe zu führen, ohne Seitensprünge, Alkoholexzesse oder Schuldenmachen, ein von allen Freunden und Bekannten bewundertes und beneidetes Paar, das auch noch mit einem gesunden und anscheinend recht begabten Kind gesegnet war, wie man meinte.

Der Vater und dessen Bruder waren in ihrer Jugend ihrerseits von ihrem Vater regelmäßig geschlagen worden, hatten sogar die Stöcke dafür selbst von Bäumen schneiden und sich hinterher noch für diese „erzieherische Wohltat“ bei ihren Eltern bedanken müssen. Es ist klar, dass derartige Vorkommnisse Folgen haben, oft sofort und unmittelbar, oft aber auch verzögert und über Generationen hinweg. Bei Egon hatten diese traumatischen Erfahrungen jedenfalls bewirkt, dass er, sobald er groß und stark genug war, also etwa mit 15, bei einer dieser Prügelszenen die Hand gegen seinen Vater erhob und ihm drohte zurückzuschlagen. Von da an ließ er ihn in Ruhe, und sie gingen sich aus dem Wege. Auch in der Schule schaffte er es allmählich, aus der Opferrolle des hilflosen Schwächlings herauszuwachsen und sich zu wehren. Bald mussten die oft wesentlich größeren und älteren Kollegen erkennen, dass es nicht ungefährlich war ihn zu reizen, nachdem sie sich unvermutet eine blutige Nase oder einen lockeren Zahn geholt hatten, obwohl sie zu zweit oder zu dritt auf ihn losgegangen waren. Noch heute fühlt er einerseits eine sehr starke Sympathie und Solidarität für alle Schwachen, und es würde ihm niemals einfallen einen Schwächeren zu bedrohen; andererseits reagiert er auf jede Form autoritären Verhaltens sehr empfindlich und aggressiv und lässt sich gerade von scheinbar überlegenen Personen nicht einschüchtern, sondern geht eher gleich zum Gegenangriff über.

Seine Eltern hatten einen sehr schlichten, konservativen Geschmack, wenn es um Kunst ging: Deutsche Schlager, Heurigenlieder, ländliche Blasmusik und Operetten waren das Einzige, was er bis zu seinem 15. Lebensjahr zu hören bekam. Auch im Musikunterricht, der von einem alten, offensichtlich sehr deutsch-national eingestellten, auf Wagner, Bruckner und Liszt fixierten Professor gehalten wurde, der zumeist Lederhosen und Walkjanker trug, wurde seine Liebe zur Musik nicht gerade gefördert. Wenigstens hatten ihn seine Eltern einmal zu einer Aufführung von Mozarts Zauberflöte ins Opernhaus mitgenommen, ein Erlebnis, das ihn doch tief beeindruckte und wohl den Grundstein für sein späteres Interesse an klassischer Musik legte. Als er jedoch bei einem Klassenkameraden eine Cassette mit Musikern wie Jimi Hendrix, Santana und Joe Cocker bei ihren Auftritten in Woodstock hörte, erkannte er, dass es neben der biederen, kleinbürgerlichen Kultur seiner Eltern eine ganz andere, neue Welt gab, die so aufregend und erfrischend war, dass sie ihn faszinierte wie nichts zuvor. Er begann Ö3 zu hören, sehr zum Missfallen seiner Eltern, und für ihre Begriffe immer viel zu laut. Sein Vater empörte sich vor allem darüber, dass die meisten der nun von ihm gehörten Musikstücke auf Englisch gesungen wurden und machte Bemerkungen wie „Wir sind doch keine Kolonialneger, dass wir uns so etwas anhören müssen!“ Sein spärliches Taschengeld wurde in Schallplatten und Cassetten angelegt, denn es gab so viele neue und geheimnisvolle Klänge zu entdecken, die ihm ein völlig neues Lebensgefühl vermittelten und ganz unerwartete Perspektiven eröffneten. Es war, als ob in seinem Kopf ein Schalter umgelegt worden wäre und er zu einer neuen Persönlichkeit erwacht sei.

Er begann sich nun endlich auch, für heutige Begriffe lächerlich spät, für Sexualität zu interessieren, besorgte sich heimlich aus medizinischen Büchern und aus Zeitschriften wie Bravo, Praline und Jasmin Aufklärungsmaterial, da er zu seinen Eltern nicht genug Vertrauen gehabt hätte um sie nach solchen „unanständigen“ Dingen zu fragen. Auch in der Schule gab es niemanden, mit dem er über dieses Thema reden hätte können, am wenigsten die Lehrer, die ihm entweder als lächerliche Witzfiguren oder als zynische und grausame Ungeheuer erschienen, mit denen niemals irgendein privates Gespräch denkbar oder wünschenswert gewesen wäre. Wie zu erwarten blieb es nicht bei der Lektüre von verbotenen Schriften und beim Betrachten der aus heutiger Sicht mehr als unschuldigen und harmlosen Darstellungen; das solcherart Erfahrene wollte auch in die Praxis umgesetzt werden, aber wie?

Noch immer lebte er in einer reinen Männerwelt, in der es keine Mädchen oder junge Frauen gab. Kein weibliches Wesen in seinem Alter, aber auch keine einsame, gelangweilte Nachbarin, die ihn behutsam in die schönste aller Künste eingeweiht hätte, keine alleinstehende reifere Dame im Umfeld seiner Eltern, die seine Not erkannt und ihm das gegeben hätte, wonach er sich Tag und Nacht in Sehnsucht verzehrte. So blieb ihm blieb nichts anderes als Millionen junger Männer auf der ganzen Welt: Der heimliche Rückzug auf die Toilette, versehen mit aus einschlägigen Heftchen herausgerissenen Seiten, der ewig gleiche untaugliche Versuch, in der Isolation mit schlechtem Gewissen und unrealistischen Phantasien das zu erleben, was eigentlich ohne Angst und voll Vertrauen in der Begegnung zweier Menschen stattfinden sollte, ein Geben und Empfangen von Gefühlen und sinnlichen Eindrücken. Im Religionsunterricht wurde das Thema Keuschheit sehr kurz und abstrakt behandelt, dieses spezielle Problem einsamer junger Männer jedoch überhaupt nicht erwähnt (wohl um niemanden auf falsche Gedanken zu bringen), doch es war klar, dass es sich bei seiner neuen Lieblingsbeschäftigung nur um eine Sünde, wenn nicht gar um eine Todsünde handeln konnte. Trotzdem wäre es ihm nicht im Traum eingefallen, bei der Beichte darüber zu reden; lieber erfand er andere, wie ihm schien, weniger peinliche Vergehen wie Ladendiebstähle, boshafte Sachbeschädigungen oder Tierquälereien, damit er irgendetwas vorzuweisen hatte das zu bereuen sich lohnte. Dass das Erfinden dieser falschen Sünden und das Verschweigen der eigentlichen Freveltaten auch schon wieder eine Sünde darstellte, die er eigentlich wieder bei einem anderen Priester hätte beichten müssen, kam ihm nicht in den Sinn oder störte ihn wenigstens nicht besonders.

Er hörte zwar mit Neid, wenn Klassenkameraden, vor allem die älteren Repetenten, von ihren Rendezvous und Knutschereien mit irgendwelchen Mädchen berichteten, die sie zumeist durch ihre Schwestern oder ältere Brüder kennengelernt hatten, doch als er merkte, dass einige von ihnen auf einem Schulschikurs, wo sie in großen Schlafsälen untergebracht waren, zu zweit, aber auch in kleineren Gruppen, untereinander ihre intime Spielchen trieben und sich auf diese Weise abreagierten, fühlte er sich zutiefst abgestoßen und versuchte ihnen nach Möglichkeit aus dem Wege zu gehen, vor allem in der Dusche nach dem Turnunterricht.

Mit 17, als das Thema Maturaball auftauchte und alle anderen Kollegen schon längst die Tanzschule besuchten, schickten ihn seine Eltern schließlich auch hin, damit er am Ball als Tänzer teilnehmen konnte. Als er nun endlich seine ersten Schritte auf dem Parkett einer idyllisch an einem Teich und Wald gelegenen Tanzschule wagen konnte und ihm wirklich und leibhaftig Mädchen aus Fleisch und Blut, noch dazu in überwältigender Menge und Vielfalt, gegenüberstanden, war er so verunsichert und eingeschüchtert, dass er es beinahe nicht wagte, eine der an der gegenüberliegenden Wand stehenden jungen Damen aufzufordern, schon gar nicht diejenigen, die ihm eigentlich am besten gefallen hätten. In seinem unbequemen billigen dunklen Anzug und den damals noch obligaten weißen Zwirnhandschuhen kam er sich vor wie ein Pinguin in der Wüste und wäre doch lieber ein Strauß gewesen, der seinen Kopf in den Sand stecken hätte können.

Wenn er überhaupt einmal den Mund aufbekam, sprach er wohl nur über das Wetter, die Musik oder über individuelle oder gemeinsamen Probleme mit der Schrittfolge oder dem Tempo, und davon gab es genug: Beim Tango verstauchte er sich den Knöchel, beim Cha-Cha-Cha verlor er einen Schuh, und bei einer besonders temperamentvollen Polka brachte ihn eine nicht gerade leichtfüßige Partnerin zu Fall und begrub ihn unter sich, eine körperliche Erfahrung, die absolut nichts Erotisches an sich hatte und auf die er nur zu gern verzichtet hätte, da er sie noch tagelang in allen Knochen spüren sollte.

Die sogenannten Übungsabende, die von anderen Burschen erst so richtig zum Anknüpfen romantischer Kontakte genützt wurden, besuchte er so gut wie nie, da er einfach viel zu schüchtern und unbeholfen war, diese günstige Gelegenheit (und gleichzeitig eines der reizenden Geschöpfe, auf die er insgeheim ein Auge geworfen hatte) beim Schopf zu ergreifen, bei denen er im Lichte heutiger Erfahrungen durchaus gute Chancen gehabt hätte, wäre er nur ein wenig mutiger und selbstsicherer gewesen. So wurde erwartungsgemäß auch sein Maturaball zum Fiasko: Als männliches Mauerblümchen fristete er sein Dasein am Tisch mit seinen Eltern denen eines Freundes. Außer einem mehr schlecht als recht absolvierten langsamen Walzer mit dessen Mutter (sie hatte ihn offensichtlich aus Mitleid aufgefordert) geschah nichts, was die Kosten des Tanzkurses gerechtfertigt hätte. Ansonsten hielt er sich nur an seinem Weinglas und an belegten Brötchen statt an den mehr oder weniger wohlgeformten Hüften potentieller Tanzpartnerinnen fest und verließ den Ball unmittelbar nach der Mitternachtseinlage und der Versteigerung, die zur Finanzierung der Maturareise gedacht war, die dann aber ohnehin nicht stattfand, weil sie sich auf kein gemeinsames Reiseziel einigen konnten.

Die Reifeprüfung selbst verlief für ihn zwar abwechslungsreicher, aber nicht unbedingt erfreulicher: Wie zu befürchten gewesen war, versagte er bei der schriftlichen Mathematikarbeit (die gesamte Oberstufe hindurch, seit der Nachprüfung in der 4. Klasse, hatte ihm dieses Fach Sorgen und Probleme bereitet), und wider Erwarten auch bei der Lateinprüfung, so dass er bei der mündlichen Prüfung als sogenannter „Fünfkämpfer“ anzutreten hatte, also mit 2 zusätzlichen zu den 3 von ihm gewählten. Sein Mathematiklehrer, eines der wenigen wohlwollenden und humanen Mitglieder der Prüfungskommission, hatte ihm nicht allzu schwere Beispiele gegeben, die er unter anderen Umständen mit etwas Mühe gelöst hätte. Nervös wie er war, unterlief ihm jedoch ein winziger Irrtum, den der ihm nicht gerade wohlgesonnene Direktor benutzte, ihn in die Zange zu nehmen und noch weiter zu verunsichern, bis er völlig den Faden verloren hatte und aufgeben musste. Wer nun aber gedacht hätte, er würde nach diesem negativen Auftakt zusammenbrechen und auch bei allen übrigen Prüfungsteilen scheitern, wurde überrascht: In seinen Wahlfächern war er so sicher und überzeugend, dass seine Prüfer ehrlich beeindruckt waren und ihm gratulierten; auch die Latein-Hürde schaffte er. Beim Herbsttermin, auf den er sich intensiv wie noch nie vorbereitet hatte, bot er dann sogar in seinem „Angst-Fach“ Mathematik eine so souveräne Leistung, dass es nach all den negativen Ergebnissen davor noch für eine 3 im Zeugnis reichte.

Als Belohnung für die schließlich doch noch abgelegte Reifeprüfung schenkten ihm seine Eltern ein Interrail-Ticket, mit dem er ganz Europa bereisen konnte. England, speziell London, war das Ziel seiner Träume, und auf dem Weg dorthin wollte er ihm auch Amsterdam, Brüssel, Kopenhagen und Paris anschauen.

Nach der Rückkehr von seiner ersten Reise, die er ohne seine Eltern machen hatte dürfen und die für ihn doch eine harte Schule in Sachen Selbständigkeit, aber natürlich in erster Linie eine faszinierende neue Erfahrung mit unendlich vielen Eindrücken gewesen war, sollte der Ernst des Lebens für ihn erst richtig beginnen, da ihm ein Stellungsbefehl vom Bundesheer in Haus geflattert war. Er hatte überhaupt keine Lust, eine Uniform anzuziehen und sich nach der Herrschaft seiner Professoren der Befehlsgewalt irgendwelcher ungebildeter Sadisten zu unterwerfen und sich wie ein braves Herdentier stumpfsinnig im Marschschritt zu bewegen, der ihm noch unnatürlicher und fragwürdiger erschien als die Tanzschritte auf dem glatten Parkett. Daher versuchte er, seine Wehrpflicht als Zivildiener abzuleisten, was aber von den Mitgliedern der Kommission vereitelt wurde, die auf seine Argumente überhaupt nicht ernsthaft eingingen, sondern ihm das Wort im Munde umdrehten, wie gesagt wird, und ihre rhetorischen Schwächen durch Drohungen und Beleidigungen wie „Schlappschwanz, Drückeberger, Vaterlandsverräter und Hosenscheißer“ auszugleichen versuchten. Während er laut sagte, dass er nicht die Absicht hätte, auf ihm völlig unbekannte junge Leute zu schießen, die wahrscheinlich ebenso wenig wie er eine Uniform tragen wollten, dachte er, dass er jedoch sehr wohl einen dieser arroganten Scheißkerle im Offiziersrang aufs Korn nehmen würde, wenn sich ihm eine günstige Gelegenheit dazu böte.

Während die selbstgewählte, einen Monat dauernde Abwesenheit von zu Hause für sein Leben eine echte Bereicherung dargestellt hatte, brachten die folgenden 8 Monate für ihn genau das, was er ihm von ihnen erwartet hatte: Langeweile, Demütigungen, Erschöpfung, Einsamkeit, Misstrauen und Gewalt. 8 Monate seines Lebens vergeudet mit völlig sinnlosen Tätigkeiten, verbracht unter Menschen, die er sonst nie in seiner Nähe hätte haben wollen. Ihm war seine neue Umgebung vom ersten Tag an zuwider, und obwohl er ihn sehr hütete, seinen inneren Widerstand und seine Verachtung offen zu zeigen, war er in Gedanken ununterbrochen damit beschäftigt, wie er die Befehle seiner Vorgesetzten unbemerkt oder doch wenigstens ungestraft unterlaufen konnte. Wenn man ihn schon zwang, einen Teil seines Lebens auf diese Weise zu verschwenden, dann sollte auch niemand eine Freude oder einen Nutzen von seiner Anwesenheit haben. Nicht dass er jemals einen Befehl verweigert hätte, aber wenn es nur die kleinste Zweideutigkeit, die winzigste Möglichkeit gab, etwas zu seinem Vorteil zu interpretieren, dann tat er es. Auch erweckte er den Anschein, er sei für viele, gerade besonders unangenehme Arbeiten, einfach zu ungeschickt oder schwach, was ihm zwar jede Menge ordinäre Beleidigungen und verächtliche Bemerkungen eintrug, ihn aber völlig kalt ließ, weil seine Absicht damit erreicht war: Nicht er, sondern die anderen sollten sich ärgern, und sei es auch nur über seine scheinbare Dummheit oder Unfähigkeit. Beim Scharfschießen auf Scheiben schoss er absichtlich daneben, traf sogar die Scheibe seines Nachbarn, so dass man ihn in die Stadt zum Augenarzt schickte, der jedoch natürlich nichts Auffälliges an seinen Augen finden konnte. Immerhin hatte er ihm dadurch einen Vormittag lang voll stumpfsinniger Exerzierübungen erspart. Auch auf dem Krankenrevier war er Dauergast: Wenn es schon nicht wegen eines fingierten Fieberanfalls zu einem einwöchigen stationären Aufenthalt mit Bettruhe reichte, dann wenigstens für den doch wesentlich weniger strapaziösen Innendienst. So verbrachte er Monat um Monat, wurde immer wieder in andere Kasernen in der ganzen Steiermark versetzt, weil man nirgendwo viel mit ihm anfangen konnte und einen derartigen Fall lieber anderen aufhalsen wollte als sich selbst mit ihm auseinanderzusetzen und herumzuplagen.

Als die 8 Monate endlich vorbei waren, wäre das an sich ein Grund zum Feiern gewesen, doch er hatte nicht die geringste Lust, ihn gemeinsam mit seinen sogenannten „Kameraden“, die sich zumeist alles andere als kameradschaftlich benommen hatten, bei einer Abrüster-Feier bis zur Besinnungslosigkeit zu besaufen, wie es von Leuten dieses Schlages zu erwarten war, die ihm ohnehin schon lange nur mehr widerlich gewesen waren und deren Gesellschaft er freiwillig keine weitere Stunde mehr ertragen hätte wollen.

Nun da er die lästige Pflicht hinter sich gebracht hatte, stellte sich für ihn die Frage, was er jetzt aus seinem Leben machen wollte, da er wieder die Wahl hatte. Die mit Mühe und Not bestandene Reifeprüfung und überhaupt all die unerfreulichen und frustrierenden Jahre in der Oberstufe des Gymnasiums ließen ihn an seinen früheren Plänen für den Besuch der Universität zweifeln. Wenn er schon in der Schule solche Probleme gehabt hatte, um wie viel schwieriger würde dann erst das Studium für ihn werden, dachte er. Sein Selbstvertrauen war angeschlagen, er traute sich nicht einmal in seinen Lieblingsfächern Deutsch und Englisch einen erfolgreichen Studienabschluss zu. Er spielte mit dem Gedanken, Journalist zu werden, doch als er bei einigen Zeitungen vorsprach, wimmelte man ihn eher schroff ab oder ermutigte ihn zumindest nicht besonders. Es wurde ihm auch langsam klar, dass man für diesen Beruf zwar nicht unbedingt einen guten Schreibstil benötigte, aber extrovertiert, zäh und skrupellos sein musste, wollte man Erfolg haben. Auch eine Karriere in einer Bank kam nicht in Frage, da er eine HAK-Matura gebraucht hätte, und für eine Beamtenlaufbahn beim Land oder Magistrat fehlte ihm die Protektion, einen der raren, heißbegehrten Posten zu ergattern, der ihm ein sorgenfreies und bequemes Leben bis an sein seliges Ende verheißen hätte. Schließlich schlug sein Vater vor, er solle doch die Pädagogische Akademie besuchen, da dauere die Ausbildung nur 4 oder 6 Semester, und die Anforderungen würden dort nicht so hoch sein wie auf der Universität. Das klang verlockend, aber Volksschullehrer werden und damit direkt in seine Fußstapfen treten wollte er mit Sicherheit nicht. Hauptschullehrer schon eher, mit Englisch als Hauptfach und Bildnerischer Erziehung als Nebenfach, das konnte ganz interessant werden und entsprach seinen Neigungen am ehesten, wie er dachte.

Als er sich an der Akademie anmeldete, merkte er, dass die meisten seiner neuen Kollegen ausgezeichnete Zeugnisse zu haben schienen, ganz im Gegensatz zu ihm. Er würde also wohl auch hier einen schweren Stand haben. Zudem wollte man ihm nach der ärztlichen Untersuchung, bei der ihm leichte Farbenblindheit attestiert wurde, das Studium im Fach Bildnerische Erziehung verwehren, doch der Direktor, ein jovialer, humorvoller Mann, meinte nur, er kenne einen recht erfolgreichen Künstler, der die Wiesen blau und den Himmel gelb male – er habe daher nichts gegen sein Studium einzuwenden, falls er bei seiner Wahl bleiben wolle.

Seine Kollegenschaft bestand zu etwas mehr als der Hälfte aus jungen Damen, die aus allen Teilen der Steiermark stammten, ebenso wie die meisten seiner männlichen Kollegen. Einige der neuen Kolleginnen waren sehr attraktiv, und es ergab sich sogar, dass er zwischen zweien von ihnen zu sitzen kam, die ihm allerdings kaum Beachtung schenkten, sondern mit ihren besten Freundinnen zumeist ins Gespräch vertieft waren, die sie offensichtlich noch von der Schule oder aus ihrem Heimatort kannten. Schon bei der ersten Klausur zeigte sich, was die guten Zeugnisse seiner Kollegen wert waren und wie hart sein Gymnasium gewesen sein musste: Fast die Hälfte der Arbeiten war negativ, während er als Einziger mit „Sehr gut“ beurteilt wurde. Seine Kollegen, und was ihm noch mehr bedeutete, vor allem die Kolleginnen, begannen ihn nun mit anderen Augen zu betrachten und ihm mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Mit einem Male war er ein begehrter Gesprächspartner, und bei der anstehenden Fachsprecher-Wahl wurde er mit knapper Mehrheit gewählt.

Im Gymnasium war er nicht gerade als großer Redner aufgefallen, sondern hatte vor jeder sogenannten „Redeübung“ bzw. jedem Referat vor Nervosität gezittert und seine Rede vor der ganzen Klasse immer nur widerwillig und ohne Schwung oder Begeisterung hinter sich gebracht. Über rhetorische Begabung schien er, trotz seiner guten Aufsätze, nicht zu verfügen, und nun sollte er Fachgruppensprecher werden! Ob das wohl gut ging?

Es ging gar nicht so schlecht, denn mit der neuen Rolle war auch sein Selbstbewusstsein gewachsen, und er fand auf einmal überhaupt nichts dabei, aufzustehen und das Wort an eine größere Zahl von Menschen zu richten oder die Interessen seiner Kollegen gegenüber Professoren zu vertreten, was ihm auch auf Anhieb gelang und seine Position in der Gruppe weiter festigte. In den ersten Wochen hatte er ein begehrliches Auge auf eine süße kleine Schwarzhaarige namens Rosi geworfen, die am anderen Ende des Seminarraumes saß, war aber nie mit ihr ins Gespräch gekommen. Als er dann noch bemerkte, dass sie bereits an einen höhersemestrigen Kollegen „vergeben“ war, gab er die Hoffnung auf, jemals bei ihr landen zu können. Nach seiner Wahl zum Fachsprecher zeigte es sich, dass seine Nachbarin zur Rechten, eine schlanke, hochgewachsene Blonde mit wunderschönen langen Haaren und blauen Augen, für ihn starke Sympathien entwickelte. Sie hieß Regina und hätte durchaus die Königin seines Herzens werden können, wenn sie nicht in einem streng katholisch geführten Mädchenheim gewohnt hätte, in dem Herrenbesuche ausnahmslos untersagt waren. Er hingegen wohnte noch immer bei seinen Eltern, in einem lächerlich kleinen Zimmer, das er spöttisch und anklagend ihnen gegenüber stets nur als „sein Besenkammerl“ bezeichnete und in das er seinen neuen Schwarm nicht einladen wollte. Außerdem wollte er seine Eltern überhaupt so gut es nur ging aus seinem Privatleben heraushalten und sie nicht an seinen Gefühlen teilhaben lassen. Wie er seine männlichen Kollegen beneidete, die in einem Studentenheim wohnten, dort wilde Partys feierten und innerhalb der recht großzügigen Hausordnung tun und lassen konnten was ihnen beliebte! So blieb es bei einem für heutige Begriffe ziemlich harmlosen Flirt, der ohne Folgen blieb und seine Erfahrung im Umgang mit Frauen nur unwesentlich bereicherte, da seine Studienkollegin offenbar auch noch recht unschuldig und schüchtern war.

Er selbst verlor das, was man auch bei Männern als „Unschuld“ bezeichnet, als er auf einer Vernissage die Tochter eines Professorenehepaars kennenlernte, die an diesem Abend mit ihrem jüngeren Bruder unterwegs war. Am Buffet war er zunächst mit ihm und durch ihn schließlich auch mit ihr ins Gespräch gekommen, wobei ihr Interesse an ihm sofort offensichtlich war. Sie nannte sich Lilly, war 24, also um 3 Jahre älter als er, hatte volle, sinnliche Lippen und einen schwarzen Wuschelkopf im Afro-Look. Dass sie nicht gerade groß und ebenso wenig schlank war, störte ihn nicht wirklich, dafür fand er ihr überschäumendes Temperament, ihr Lachen und vor allem ihre verführerischen Blicke überaus anziehend. Unter dem Vorwand, ihr Bruder brauche dringend Nachhilfe in Englisch, lud sie ihn gleich für den nächsten Tag in die Wohnung ihrer Eltern, wo auch sie und ihr Bruder wohnten. Ganz „zufällig“ hatte sie dann auch noch zwei Theaterkarten (ihr älterer Bruder war Opernsänger) und fragte ihn, ob er sie nicht begleiten wolle.

An diesem Abend stand Don Giovanni von Mozart auf dem Programm, die Geschichte des großen Verführers also, doch war diese Rolle wohl eine Nummer zu groß für ihn, wie er dachte. In ihrem tief ausgeschnittenen schwarzen Abendkleid und mit ihrem recht verschwenderisch aufgetragenen Make-up sah sie wahrlich aufregend aus, und es war augenscheinlich, dass er derjenige war der verführt werden sollte. Nach der Vorstellung, bei der er sich kaum auf das Geschehen auf der Bühne, sondern fast nur auf seine Nachbarin konzentrieren konnte (Amadeus, verzeih!), begleitete er sie naturgemäß nach Hause. Als er sich dann an der Haustür von ihr mit einem Küsschen auf die Wange verabschieden wollte wie er es mit Regina immer getan hatte, fiel sie ihm um den Hals, presste ihre Lippen auf seine, steckte ihm die Zunge in den Mund und küsste ihn, dass ihm Hören und Sehen verging. Solchermaßen ermutigt ließ auch er endlich seine Hemmungen fallen und begann ihre üppigen Rundungen zu betasten und zu streicheln, und da sie nicht das Geringste dagegen zu haben schien, versuchte er mit der anderen Hand ihr Kleid hochzuschieben. Daraufhin flüsterte sie ihm ins Ohr, dass er noch auf einen Kaffee mit hinaufkommen könne, wenn er ihr verspräche brav (!) zu sein und ihre Eltern nicht aufzuwecken. Oben angekommen, war vom Kaffee nicht mehr die Rede, und sie verschwanden auf leisen Sohlen in ihrem Zimmer, wo er schließlich die erste Liebesnacht seines Lebens genoss. Linda erwies sich als eine in erotischen Dingen sehr beschlagene (sie hatte ihre ersten einschlägigen Erfahrungen schon mit 14 gemacht) und leidenschaftliche Lehrmeisterin, die ihm allerdings auf den Kopf zusagte, dass es wohl sein erstes Mal gewesen sein müsse, obwohl er das zuerst bestritten hatte.

Von da an sahen sie sich recht oft, auch tagsüber, da sie als Pflegerin in einem Altenheim arbeitete und häufig Nachtdienst hatte. Seinen Eltern gab er nur ausweichende Antworten, wenn sie ihn auszufragen versuchten, wo er sich in der Nacht herumtreibe; er hatte einfach keine Lust, mit ihnen über so persönliche Dinge zu reden. Die Eltern seiner neuen Flamme schienen jedoch von ihm recht angetan zu sein, behandelten ihn, als ob er schon zur Familie gehöre, was ihm aber auch nicht so ganz recht war. Irgendwie fühlte er sich beengt und bedrängt, man schien ihn schon als zukünftigen Schwiegersohn zu betrachten, was ihm viel zu schnell ging und regelrecht Angst machte. Auch Lilly selbst machte immer wieder Bemerkungen und Andeutungen, die ihn beunruhigten: Von Kindern war die Rede, sogar sehr vielen Kindern, die sie einmal haben wollte, von Einrichtungsgegenständen für eine Wohnung, die sie einmal mit ihm zusammen beziehen wollte, von einem Einkommen (das er als Student noch nicht hatte, aber als Lehrer bald haben würde) und von Steuerersparnissen für Verheiratete.

Nicht dass er sie nicht ganz gern gehabt und die wilden Liebespiele mit ihr nicht genossen hätte, doch wurde ihm bald bewusst, dass sie abgesehen von dieser Art der Freizeitgestaltung kaum irgendwelche andere gemeinsame Interessen hatten (ihre gingen kaum über Kleider, Schmuck und den Beziehungstratsch in ihrem Freundeskreis hinaus), die als Basis für eine längere Beziehung oder gar eine Ehe gereicht hätten. Darüber hinaus schien ihm, dass sie weitaus mehr Alkohol trank als ihr gut tat, und ihr exzessiver Zigarettenkonsum war für seine empfindlichen Augen zuweilen recht unangenehm. Schließlich kamen ihm auch Zweifel an ihrer Treue, weil sie einmal eine Verabredung mit ihm absagte um sich mit einer Freundin zu treffen, die angeblich dringend ihre Hilfe benötigte. Als er sie dann aber zufällig in einer ganz anderen Gegend aus dem mit einem Stern geschmückten Auto eines wesentlich älteren Mannes steigen sah, von dem sie sich mit einem ziemlich innigen Kuss verabschiedet hatte, schreckte er davor zurück, sie danach zu fragen, doch sein Misstrauen war geweckt.

Als er sie dann auch noch einmal an ihrer Dienststelle anrufen wollte und man ihm sagte, dass sie gar keinen Nachtdienst, wie sie ihm gesagt hatte, sondern ihren freien Tag habe, wurde ihm endgültig klar, dass sie ihm etwas verheimlichte und sich wohl hinter seinem Rücken mit einem anderen Mann traf, wahrscheinlich demjenigen, mit dem er sie schon einmal gesehen hatte. Die Ungereimtheiten und Widersprüche häuften sich, und zu allem Überfluss teilte sie ihm schließlich eines Tages mit, ihre Regel sei ausgeblieben, und sie erwarte wahrscheinlich ein Kind. Er war wie vor den Kopf geschlagen, und als sie ihn fragte, ob er sich nicht über diese Neuigkeit freue, platzte er heraus: „Vielleicht würde ich mich sogar ein bisschen freuen, wenn ich sicher sein könnte, dass ich auch wirklich der Vater bin!“ Daraus entstand eine sehr unschöne Szene mit Tränen, Beteuerungen, gegenseitigen Vorwürfen und hysterischem Geschrei, die der Beziehung ein abruptes Ende bereitete. Wenn sie einander danach in der Öffentlichkeit begegneten, tauschten sie nicht einmal mehr kurze Grüße, sondern taten als sähen sie einander gar nicht. Von einem gemeinsamen Bekannten erfuhr er später, dass sie eine Abtreibung machen hatte lassen, und zwar nicht die erste, wie es schien. Trotz der begründeten Zweifel an seiner Vaterschaft stellte er sich seither oft die Frage, ob es nicht doch sein Kind gewesen sein könnte und ob er sich durch diese Entscheidung schuldig gemacht hätte, wenn sie auch seiner Meinung nach als die wesentlich Erfahrenere von beiden den größeren Teil der Verantwortung zu tragen hatte.

Nach dieser unerfreulichen Affäre wollte er für längere Zeit mit Frauen nichts mehr zu tun haben. Seinen Studienkolleginnen schenkte er kaum mehr Beachtung, und während sich rings um ihn im „größten Eheanbahnungsinstitut der Steiermark“ (so einer der dort langjährig tätigen Professoren) jede Menge von Männlein und Weiblein zu Paaren zusammentaten, hatte er nur noch die Lehramtsprüfung im Kopf, die er schließlich auch ohne viel Mühe mit Bravour bestehen konnte. Auch in seinem ersten Dienstjahr an einer Hauptschule südlich von Graz machte er keinerlei Annäherungsversuche bei seinen Kolleginnen, was an der Schule zu allen möglichen Vermutungen und Gerüchten über ihn Anlass gab, da er überhaupt so wenig wie möglich über sein Privatleben verraten wollte.

Abgesehen von den in seiner ersten Beziehung erlittenen Enttäuschungen und Aufregungen fühlte er, dass er sich mit einem Verhältnis am Arbeitsplatz noch mehr Probleme aufgehalst hätte als er durch den „normalen“ Lehrbetrieb ohnehin schon hatte. Es war ihm nämlich schon nach einigen Monaten bewusst geworden, dass dieser Beruf für ihn wahrscheinlich doch nicht der Richtige war, da er öfter als ihm lieb war für die Disziplinierung seiner Schüler anstatt für die eigentliche Darbietung und Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten sorgen und sich mit Klassenvorständen, Eltern und Inspektoren herumschlagen musste und in einen Mehrfrontenkrieg verwickelt war, der an seine nervliche Substanz ging und ihn an seiner Begabung für den Lehrberuf zweifeln ließ. Besonders zu schaffen machte ihm die Leiterin der Schule, eine humorlose und kühle Brillenträgerin in den späten Fünfzigern, von der man munkelte, dass sie lesbisch sei und Männer überhaupt nicht ausstehen konnte. Auf Egon hatte sie es jedoch offenbar speziell abgesehen, setzte ihn durch überraschende Hospitationen und Kontrollen unter Druck, ließ ihn durch Kollegen und Schüler bespitzeln und machte ihm auch durch die Gestaltung seines Stundenplans das Leben schwer. Wenn sie ihn stirnrunzelnd anblickte, bekam er eine Gänsehaut, es war ihm, als ob sie den „bösen Blick“ hatte, und er dachte des Öfteren insgeheim, dass man Frauen wie diese noch vor einigen Jahrhunderten auf den Scheiterhaufen gestellt hätte, und dass er ihr ein solches Schicksal von Herzen gönnen würde …

Es wurde immer schlimmer, er konnte kaum noch schlafen und bekam Probleme mit dem Magen, allein der Gedanke an die Arbeit verursachte ihm manchmal bereits Übelkeit, und ihm wurde immer klarer, dass er in diesem Beruf nicht alt werden würde, dass es nur in einer Katastrophe enden konnte wenn er die Zeichen ignorierte und so weitermachte. Er musste etwas in seinem Leben verändern, und zwar radikal: Wenn man den falschen Weg eingeschlagen hat, muss man rechtzeitig zurücksetzen und eine andere Richtung einschlagen, aber welche?

Dass seine Begabungen vor allem auf sprachlichem Gebiet lagen, war ihm klar, doch es war ihm offenbar nicht gegeben, sein Wissen und seine Fähigkeiten an andere so weiterzureichen, dass es wirklich befriedigend und erfüllend war. Er wusste nun, dass er ein Hochschulstudium bewältigen konnte, sein Selbstbewusstsein war in den Jahren der Ausbildung hinreichend gewachsen, aber was sollte es sein? Lehramtsstudium kam naturgemäß keines in Frage, auch die naturwissenschaftlichen Fächer und die Wirtschaft lagen ihm nicht sonderlich, also konnte er sein Glück doch als Dolmetsch und Übersetzer versuchen, diese Arbeit würde seinem Charakter sehr entgegenkommen, hier konnte er sich akribisch und gewissenhaft auf Sachfragen konzentrieren, anstatt sich im Umgang mit problematischen und missgünstigen Mitmenschen aufzureiben. Die Arbeit an der Schule konnte er jedoch nicht sofort aufgeben, er würde nebenher studieren müssen und erst nach Abschluss des Studiums den Lehrberuf für immer an den Nagel hängen können; es galt, die Zähne zusammenzubeißen und wenigstens noch einige Jahre durchzuhalten, aber es würde sich lohnen, da war er sich ganz sicher.

Die Sommerferien verbrachte er in Griechenland, davon die meiste Zeit auf Kreta, wo er ganz allein quer über die Insel trampte, per Autostopp oder im Bus, in Zelt und Schlafsack an den Stränden beim Rauschen des Meeres einschlief, immer leicht benebelt von Rotwein, den er sonst eigentlich nicht zu trinken gewöhnt war, ihm aber in dieser Umgebung als das natürlichste Getränk erschien. Es ergaben sich einige kurze Reisebekanntschaften, man zog tagelang in kleinen Gruppen auf einer Route dahin, bis sich die Wege wieder trennten, und einmal traf er zwei Studentinnen aus Kroatien, die etwas Deutsch und Englisch sprachen und auch ganz nett und alles andere als hässlich waren, doch ihm fehlte der Mut und das Selbstvertrauen für einen Annäherungsversuch, es wäre ihm auch schwer gefallen sich für eine der beiden zu entscheiden, obwohl ihm die Dunkle mit den neckischen Grübchen in den Wangen schon ganz gut gefallen hätte. Jedenfalls fühlte er sich bei seiner bescheidenen Erfahrung mit Frauen durch diese Konstellation überfordert, und sie verloren sich nach einem Tag aus den Augen …

Als Egon wieder zu Hause angekommen war, empfing ihn die Mutter bereits mit einer Hiobsbotschaft: Der Vater hatte auf einmal über Probleme mit seinen Armen und Beinen geklagt, hatte starke Schmerzen und Krämpfe und konnte seine rechte Hand kaum gebrauchen. Der Hausarzt hatte ihn gleich an einen Neurologen überwiesen, dieser wiederum ihm dringend zu einer eingehenden Untersuchung in der Polyklinik geraten, wo man krankhafte Wucherungen und Verengungen im obersten Bereich der Wirbelsäule feststellte, die offenbar auf das Rückenmark und die Nervenbahnen drückten und so diese Schmerzen und Ausfallserscheinungen hervorriefen. Die Klinik hatte durch ihren Vorstand, der als internationale Kapazität galt, einen hervorragenden Ruf, und als einer der Professor ihm nahelegte, die kritischen Bereiche durch einen chirurgischen Eingriff erweitern und freilegen zu lassen, weil ihm sonst eine drastische Verschlechterung seiner Beschwerden und schließlich eine vollständige Lähmung drohte, willigte er schließlich ein.

Als er aus der Narkose erwachte, hatte sich jedoch erwiesen, dass seine Beschwerden nicht nachgelassen oder gar verschwunden waren, sondern sich auf dramatische Weise gewissermaßen von einem Tag auf den anderen so sehr verschlechtert hatten, dass er sich überhaupt nicht mehr rühren konnte, er war nicht einmal mehr dazu fähig, auch nur einen einzigen Finger zu bewegen, er war mit einem Schlag völlig gelähmt und hilflos! Natürlich waren auch Egon und seine Mutter wie niedergeschmettert von dieser unerwarteten Entwicklung der Lage, sie konnten es einfach nicht fassen dass so etwas möglich war, wollten es nicht wahrhaben und klammerten sich an jeden Strohhalm, der Hoffnung und Aussicht auf eine allmähliche Erholung des Vaters verhieß, doch die Tage und Wochen vergingen ohne dass sich etwas zum Besseren gewendet hätte, die Kommentare der Ärzte, die zunächst noch relativ optimistisch geklungen hatten, wurden immer ausweichender und fadenscheiniger und schließlich resignativ. Man konnte es ihren Mienen ablesen, wie peinlich ihnen die Situation war, das schlechte Gewissen stand ihnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben, wenn auch ihre hohlen Phrasen sorgfältig alles vermieden, was als Eingeständnis eines Irrtums oder eines handwerklichen Fehlers gewertet werden hätte können, doch es war der vom Schicksal so schwer getroffenen Familie inzwischen längst klar geworden, dass hier etwas ganz schrecklich schiefgegangen war, dass hier ein sogenannter ärztlicher Kunstfehler passiert sein musste, der zudem nicht rückgängig zu machen war, doch dass auch so gut wie keine Aussicht bestand, dies auch beweisen zu können. Man schrieb damals das Jahr 1978, und die Rechte der Patienten waren zu dieser Zeit noch nicht so beschaffen, dass die Forderung nach einer objektiven Untersuchung und einer Schadensgutmachung erfolgreich sein hätte können, es sei denn, man gehörte zu den Reichen und Privilegierten und konnte sich einen hervorragenden Anwalt und kompetente Sachverständige leisten, die durch eindeutige Gutachten seine Rechte durchsetzen konnten. So aber blieb nichts als sich mit dem Unglück abzufinden und zu retten was noch zu retten war. Egons Vater wurde in ein nahe der Stadt gelegenes Rehabilitationszentrum überwiesen, wo man mit so schweren Behinderungen wesentlich mehr Erfahrung hatte und wo man möglicherweise doch noch etwas an dem nach wie vor jämmerlichen Zustand des hilflosen Mannes ändern konnte, der sich aber anscheinend schon mit seinem Los abgefunden hatte.

Egons Mutter besuchte den Vater Tag für Tag, verbrachte so jeden Nachmittag mit ihrem Mann und versuchte auf nur jede ihr mögliche Art und Weise, ihm den Aufenthalt in der neuen Umgebung erträglich zu machen, und auch Egon begleitete sie bei ihren Besuchen etwa einmal in der Woche, zumeist an den Wochenenden, aber nicht weil es ihm ein echtes Bedürfnis gewesen wäre, sondern aus einer Mischung aus Pflichtgefühl und schlechtem Gewissen, weil er fühlte, dass wenigstens dies von ihm erwartet wurde, doch das Unglück des Vaters hatte nichts an seiner Beziehung zu ihm, ihrem problematischen Vater-Sohn-Verhältnis geändert. Egon empfand zwar Mitleid für den Mann, den er vor nicht so vielen Jahren wegen seiner Gewalttätigkeit noch gefürchtet hatte, konnte aber auch in dieser völlig auf den Kopf gestellten Situation kein Vertrauensverhältnis zu ihm aufbauen und die zuvor versäumten Gespräche nachholen, die für sie beide möglicherweise wichtig und hilfreich gewesen wären.

Das lag zwar vor allem an den miteinander gemachten Erfahrungen, an den demütigenden und deprimierenden Szenen, die sich vor allem in Egons Teenager-Jahren zwischen ihnen abgespielt hatten, aber auch an der ständigen Anwesenheit der Mutter, die, ohne es zu wollen, allein durch ihre Präsenz eine Aussprache zwischen Vater und Sohn unter vier Augen verhinderte, doch auch die Patienten in den fünf übrigen Betten des Krankenzimmers wären unwillkommene Zeugen gewesen.

Mittlerweile hatte das Studium am Dolmetsch-Institut für Egon gute Fortschritte gemacht; scheinbar mühelos bestand er Prüfung um Prüfung mit besten Resultaten, ohne sich jemals gezielt vorzubereiten. Die ungeliebte Arbeit als Lehrer hätte ihm ja auch kaum Zeit dafür gelassen, doch er blühte immer regelrecht auf, wenn er das Schulgebäude verlassen und mit den Hörsälen und Seminarräumen vertauschen konnte, in denen er sich fühlte wie ein Fisch im Wasser und wo er es genoss, in einer völlig anderen, aber aus früheren Studienzeiten vertrauten Rolle zu glänzen...

 

Fortsetzung folgt!

 

 

   


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